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Ucberlegung zu dem Schluffe, daß er sich bei der Sängerin in keinem Falle ex abrupto vorstellen könne. Er schrieb ihr also, um sie zu fragen, wann sie ihn empfangen wolle. Zwei Tage vergingen, ohne daß er Antwort erhielt. Er war ganz erstaunt darüber, daß rhn die ausbleibende Antwort so sehr beschäftigte, und hätte er sich genau geprüft, so würde er erkannt haben, daß dieses unvorhergesehene längere Schweigen Luigia- ihn nicht allein deshalb unangenehm berührte, weil darin eine gewisse Rücksichtslosigkeit und ein gewisser Mangel an Art lag.
Am dritten Tage endlich empfing er die erwartete Antwort. Diese lautete:
„Signora Luigia wird die Ehre haben, morgen um drei Uhr in ihrem Hotel Rue de la Pepiniörc Herrn von Sallenauve, Mitglied der Deputirtenkammer, zu empfangen." AlS er diese- feierliche Briefchen las. stellte er sich die Frage, ob diese cercmoniöse Form die Folge einer lächerlichen Selbstüberschätzung von Seite Luigias oder eine ironische Antwort auf die Vorsicht sei, die er gebraucht, indem er sich bei ihr nicht vorsteüte, ohne ihr früher geschrieben zu haben. Noch war er mit der Lösung diese- Problems beschäftigt, al- der alte Philipp die Thüre öffnete und die Signora Luigia anmeldete.
Sallenauve war wie au- den Wolken gefallen, als er diesen Namen hörte; er traute seinen Ohren kaum. Im Innersten bewegt, ging er seinem Besuche entgegen:
— Guter Gott. Madame, sagte er, was haben Sie gethan? Sie richten sich zu Grunde!

