Abschied

Bevor wir die Einzelheiten von Luigias Besuch in Ville d'Avray erzählen, müssen wir auf dir Ereignisse zu­rückblicken, welche denselben hervorgerufen.

Frau von Espard hatte die Wahrheit gesagt, und seit der musikalischen Soiree im Ministerium der öffentlichen Arbeiten hatte sich das häusliche Leben Rastignacs mehr und mehr getrübt. Oberst Franchessini, der der erste scherz» weise Allarm geschlagen hatte, war der natürliche Vertraute der Schmerzen der Gräfin August« geworden, und indem er fich den Anschein gab, dieselben zu beklagen, verfehlte er nicht, dieselben zu verbittern. :r

Ein verwöhntes Kind, hatte sie bis zu ihrer Heirat nie das geringste Leid erfahren, und im Unglück verlor Frau von Rastignac begreiflicherweise den Kopf. Bald waren es Scenen der Leidenschaft, bald waren es Scenen der Trost­losigkeit, die sie vor ihrem Manne aufsührte, und sie beging den großen Fehler, ihren Schmerz auch zu Markte zu tragen.

Sie war schon sehr weit abgekcmmen von dem Sicher­heitsgefühle, mit dem sie die ersten Andeutungen Franchessi- ni- über die Leidenschaft ihres Gatten aufnahm, und von ihrer Verzweiflung getrieben, beschloß sie einen Schritt zu thun, dessen vertraute Mitthrilung Frau von Estorade schau-