27

Mit Dankbarkeit sollte es allerdings erkannt werden, wenn der Landesherr bei der Wahl seiner Vergnügungen, welche doch im­mer gegen die mit der Regierung verbundenen Beschwernisse in sehr geringen Verhältnissen stehen, die verschmäht, welche große Ko­sten verursachen, den Unterthanen sehr lästig und dem gemeinen Wesen auf diese oder jene Art nachtheilig werden könnten."

Fang-Jagen.

Ich hatte zwar nie Gelegenheit, einem Fang-Jagen beizu­wohnen, da es sich aber öfters ereignet, daß Rothwild eingefangen werden muß und zwar entweder in Wild garten, um es ins freie Gehölz auszusetzen, oder in diesem, um den Wildstand eines Wildgartens zu vermehren, so theile ich hier wörtlich mit, was Hartig vom Fang des Rothwildes sagt:

Zuweilen müssen Hirsche oder anderes Wild lebendig gefangen werden, um sie an einen andern Ort zu transportiren. Jagen der Art nennt man Fang-Jagen und es werden dabei die pirsche rc., wie bei dem eingerichteten, mit haltbarem Zeuge, wo möglich mit Tüchern umstellt und entweder im Zwangtreiben selbst, oder auf einem am Zwang treiben angebrachten, etwa 120 Schritte brei­ten und 200 Schritte langen Lauf, in Garnen gefangen."

Will man das Wild im Zwangtreiben fangen, so darf der Holzbestand nicht zu gedrungen oder buschig sein und man muß das Zwangtreiben zugleich so anlegen, daß eine breite Allee, oder eine hinlänglich geräumige Blöße oder Lichtung mit hinein kommt, um die Fanggarne darauf anbringen zu können. Am Schön­sten und Besten ist es aber freilich, wenn man am Zwang treiben, auf einem freien Platze, einen etwa 120 Schritte breiten und 200 Schritte langen Lauf stellt und auf demselben das Wild fangt."

Beim Fangen selbst geht man auf folgende Art zu Werke: Man stellt das Fanggarn in der Mitte des Laufs quer über und laßt die zum Transport des Wildes nöthigen Kasten zu bei­den Seiten an das Tuch stellen, um sie sogleich bei der Hand zu haben. Ist alles zum Fangen parat, so läßt man das Wild, je­doch nicht zu viele Stücke auf einmal, aus dem Zwangtreiben oder der Kammer auf dem Lauf jagen, und die Schnappe oder das Quertuch heben, damit es nicht wieder zurück kann. Nun wird das Wild in das fängisch gestellte Netz fallen und es müssen dann starke Jäger und sonst starke Leute von der Jagens­mannschaft sogleich hinzueilen, um sich der ins Garns verschlagenen Thiere zu bemächtigen. Die Hauptsache z. B. beim Hirsch- fangen besteht darin, daß zwei Mann den ins Garn verwickelten Hirsch sogleich beim Gehörn fassen und daß ihm ein Dritter, wel-