Vieles ist schon geschrieben worden über die trennenden Lehr- und GlanbcnSpunkte in der Kirche, um sowohl der Wahrheit zu dienen, als auch um der nothwendigcn Versöhnung und Wiedervereinigung der Christen zu Hülfe zu kommen, was endlich auch gelingen wird, während aber gegen das Trennende zwischen Erwachsenentaufe und Kindertaufe noch—nichts! gethan wurde. Was mag nun wohl der Grund von dieser Unthätigkeit seyn? Soll er vielleicht darin liegen, daß eine von diesen Taufarten keine Wahrheit und kein Recht habe? So scheint es', wenn man die beiderseitigen Tauflehren zusammensucht und liest, welche fast alle eine Taufart so besprechen und vcrtheidigen, daß eine Vernichtung auf die andere fällt. Wohl war die Trennung zwischen beiden Taufarten von je her, schon vor der Reformation greller und schroffer als die andern Trennungen; daß es aber heute noch so ist, da mögen die einseitigen Taufvertheidigungen allerdings das ihrige dazu beigetragcn haben. Noch steht es allenthalben so, daß wer der Kindcrtaufe angehört, der Ueberzcugung lebt, diese sey biblisch befohlen, daß die Apostel schon die Kinder getauft haben und die Kinder, welche ungetauftzfftcrben, an ihrer Seligkeit verlieren; und wer der Erwachsenentaufe angehört, der entgegengesetzten Ueberzcugung

