ZN tlirpsMgrir. Das ist der Tarife ihr Sinn nutz Zweck. Ertheilt wird sie einerseits mit Gebet, daß Gott sein gesehenes Wort an dem Täufling erfüllen möge und ihn zu Gnaden annchmcn, ihm die Sünden vergeben und die ewige Seligkeit schenken. Andererseits wird sie ertheilt zur Ehre Gottes und zu einem Zeugniß von den Menschen, den Glauben offen bezeugend, daß der Dreieinige Gott den Täufling wirklich zu Gnaden annchme, ihn durch das Blut Jesu wirklich von Sünden wasche, und den heil. Geist ihm wirklich schenke, welcher wicdcrge- biert und erneuert, den Täufling verpflichtend, den Dreieinigcn Gott zu erkennen und anzurufen, seine Gebote zu halten und ihm zu dienen, zu leben und zu sterben. Wird Beides nun wohl erwogen, so muß man sich bald gezwungen sehen, anzuerkennen, daß ein Kind christlicher Eltern der Taufe nicht weniger nahe steht, als ein noch ungetanst Erwachsener, der, um ein Christ zu werden, schon einen guten Anfang dazu gemacht hat, indem Gott Beiden ein versöhnter und gnädiger Bater ist. Denn obigen Glauben betreffend, daß unsere Kinder auch unge- tauft in der Gnade stehen und deßhalb selig sterben, so mag dieser immerhin fest gehalten werden; er ist gewiß ganz biblisch, recht und gut. Allein ihn dahin auszudebncn, als bedürften sie darum nicht abermals Gnade von Gott, das wäre sehr gefehlt. Oder gar ihn so auszudcuten, als sey cs etwas Un- nöthiges und Uebcrflüssiges, um die Gnade, die sie ferner noch bedürfen, zu bitten, und diese von selbst folge oder gar folgen müsse, das wäre ein schreien-

