112
ohne sein Znthun zwölf seiner besten Gäste, —
— denn von diesem Tage an stand der Milliontisch leer. Herr Balthasar Gradl hatte seinen Zweck erreicht.
5. Kapitel.
Alte Geschichten.
Zum leichteren Verständniß des nachfolgenden Kapitels müssen wir unsere Leser um dreißig Jahre zurückführen.
Der alte Gareiner war damals, freilich als ein junger Sattlergeselle von kaum fünfundzwanzig Jahren nach Wien gekommen, ein „zugereister Hand- werksbnrsche", mit dem Ranzel auf den Rücken und sechs Zwanzigern in der Tasche und hatte, nachdem er der Polizei-Revision an der Tabor-Linie in Gestalt eines allmächtigen Polizei-Korporals mittelst seines Wanderbuches vollkommen Genüge geleistet, mit nngehencheltem Erstaunen die Straßen der Riesenstadt betreten, wohl nicht ahnend, daß er gerade in diesen Straßen, die er mit der Bewunderung des kleinen Provinzlers betrachtete, einst selbst als Bürger und Hausherr ansässig sein, werde.
Philipp Gareiner war ans jenen gewerbs- steißigen, deutschen Bezirken Nord-Böhmens gekommen , deren würdigster Repräsentant Reichenberg genannt werden darf. Die Bevölkerung dieses industriellen Landstriches, eine durchwegs deutsche, zeichnet sich durch Thätigkeit und Gewerbrfleiß, durch

