in ganz Europa waren es, worauf er seine Berechnungen gründete. Sein Urtheil war nicht nach der Vorschrift pe- remtorischer Artikel in Vierteljahrsschriften geformt. Er war ein Gelehrter und zwar ein gereifter. Seine Studien in Ormington-Hall waren nicht, wie ich geglaubt hatte, auf daS Alterthum beschrankt gewesen. Hervdot und Thu- cydides waren nur die Würfel der Säule seiner universellen Kenntniß. Die moderne, lebende, athmende, umlaufende Literatur Europa's, die Adern der zeitgenössischen Masse der Menschheit, machten die Starke der Säule aus.
Die französische, deutsche, italienische, ja sogar slavi- schen Sprachen waren ihm geläufig, und da er sich fortwährend mit den besten Erzeugnissen der Tagespresse versah, so besaß er einen Schlüssel zu den Thoren des mächtigen Con- tinents, von welchem wir wie durch ein Wunder so lange ausgeschlossen gewesen waren. In dem Fortschritt der öffentlichen Aufklärung wußte er die Spur des Ganges der öffentlichen Ereignisse zu zeigen. Nach der Aufregung Deutschlands, der Entrüstung Rußlands, dem bittern Grolle Hollands stellte er Frankreich das Horoskop und verkündete den Sturz eines Gulliver unter den Liliputern, eines Casar unter den kleinen Fürsten Deutschlands, den die Liberalen Frankreichs als „un grand komme avorte en empereur“ verabscheuten — eines Eroberers, der den Fuß nicht blos auf den Nacken gedemüthigter Nationen, sondern auch auf den der öffentlichen Meinung setzte — des Henker- < des Herzogs von Enghien und der Preßfreiheit — eines

