§. I. MJL ur Vollführung der Operation ist die Erkenntnis folgender Organe wichtig: Unmittelbar unter der allgemeinen Decke (cutis) liegt die oberflächliche oder Haut-Aponeurose (fascht superficialis^ ), welche das Anologon des Hautmuskels der Thiere darstellt. Sie ist in der Leistengegend nur dünn, geht von da nach abwärts zur Gegend des Oberschenkels, wo sie bis zur Schenkelbinde (fascia lata) reicht und mit derselben verschmilzt. In der Gegend des Hodens ändert sie ihre seröse Beschaffenheit, verdickt sich, wird zellgewebig und erhält eine grosse Elastici- tät, so dass sie wie Muskelfaser zusammenziehbar ist; sie heisst hier die Dartoshaut. Ebenfalls in ihrem Zuge an der Bauch- und Brustgegend ist sie dünn und serös, und verdickt sich erst wieder in der Gegend des Halses, wo sie muskulöse Beschaffenheit annimmt, und als breiter Halsmuskel ( musculus subculanens colli v. plalysma myoides) sich bis zur vorderen Gegend des Unterkiefers erstreckt.
Der äussere schiefe Bauchmuskel (m. obliquus abdominis exlernus) bildet an der Leistengegend starke Sehnenfasern, die vom vordem obern Stachel des Darmbeines (spina ossis ilci anterior superior) schief nach ab- und einwärts zum Schambeinshöcker Ctabercnlnm ossis pnbis) und zur Schambeinsvereinigung (symphysis v. synchondrosis ossium pnbis) ziehen. Diese Fasern stellen ein festes, bogenartig gespannles Band dar, welches das Leistenband (lig. inguinale ), der S c h e n k e 1 b o g e n (acus cruralis) oder das F a 1- lopische Band genannt wird. Wie diess Sehnenband zum Schambeinshöcker hinzieht, verlängert sich ein Thcil desselben nach auswärts gegen das äussere

