Einleitung

llnlängbar ist es wohl/ daß alle-, was auf die in­tellektuelle und moralische Bildung sowohl der Can- dioaten des geistlichen Standes, als auch der wirk­lichen Seelsorger einen nähern Einfluß hat, einer bedachtlichen und reifen Untersuchung würdig ist; denn einer Seit- hangt die Denkungsart und die Le­bensweise de- Volke-großen Theil- von der Beschaf­fenheit de- christlichen LehrstandeS ab, und anderer SeitS lassen manche, dem ersten Anblicke nach klein­lich scheinende Fehler, welche bey der intellektuellen und moralischen Bildung der Heranwachsenden Cleriker begangen werden, in ihrem Verstände und Herzen bleibende Eindrücke zurück, die in der Folge Gebrechen erzeugen, über die man staunt, die man durchaus nicht erwartet har, und sich doch oft wiederhohlen, weil man ihre kleine Quelle nicht bemerkt, oder doch nicht achtet, und eben darum auch nicht zu verstopfen sucht.

ES ist eben auch keine seltene Erscheinung, daß ein junger Mann, von dessen Verstände und Herzen man viel Gute- zu hoffen Ursache hatte, in wenigen Jahren so sehr entartet, daß man es kaum begrei­fen kann, wie eine solche Veränderung möglich war.

Bey der Erziehung und Bildung de- Menschen überhaupt muß man zwar auch auf Kleinigkeiten

Frint Bemerk. V?