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SechsunÄ achtzigstes Kapitel.
Die Gräfin erntet die Frucht der Erfüllung ihres Berufes in der Anerkennung und im Glück ihres G emalS.
Vergänglich ist vaS Zeilgefchöpf, vergänglich,
Wcnn's blindlings sich dem Zeitstrom überläßt,
Doch hält's, gleichviel in welcher Form, emfpänglich Für Edles, treu an wahrhaft Edlem fest.
Dann dauert's fort, in diesem unvergänglich.
Ä3enn der Lenz der Liebe, der die Blumen zum Brautkranz gibt, und die heiße Leidenschaft deö Sommers dem kühleren Herbst und dem Winter Platz gemacht, dann klingt dem Guten und Treuen noch ein Ton vom Sphärentanz jener Zeit herüber, dann grünen die Blätter des Eheglücks noch, wofern die Liebenden dasselbe nicht in eiteln Gebilden der Phantasie suchten.
Wenn es noch Männer gibt, Männer von Rang und Vermögen, im Besitze alles Dessen, was das Leben verschönern und werthvoll machen kann, die dennoch im ehelichen und häuslichen Leben diejenige Glückseligkeit nicht finden, welche ihnen ihre sonstigen Vorzüge zu verschaffen vermögend wären, so liegt die Schuld an den Vorurtheilen und verkehrten, manchmal unwürdigen Begriffen, welche sie von der Bestimmung des weiblichen Geschlechtes haben, die sowohl bei der Erziehung desselben zum Grund gelegt werden, als bei der Wahl der Gattinnen Eltern und Söhne leiten. Wenn diese dann an ihren Gattinnen nicht weit mehr als Menschen, nicht ewig blühende Göttinnen und stets tändelnde Grazien finden, so glauben sie, daß dieselben etwas weniger als Menschen seien. Sie bringen sich selbst um die vernünftige Ruhe und Glückseligkeit, die ihnen das Talent und die hohen Eigenschaften der Frauen zu bereiten vermochten, wenn sie der Entwickelung und Anwendung denselben Raum geben und sie anzuerkennen verständen.
Man würdigt daS Frauengeschlecht herab, wenn man verlangt und ihm selbst die Meinung beibringt, daß eS nur zur

