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Sprache, Sitte, Bauart und Zusammenfluß der In­dustrie-Produkte aus allen Welttheilen geben dem Platze von Rio de Janeiro eine europäische Außenseite. Was jedoch den Reisenden alsbald erinnert, daß er sich in einem fremden Welttheile befinde, ist vor Allem das bunte Gewühl von schwarzen und farbigen Menschen, die ihm, als die arbeitende Claffe, überall und sogleich begegnen, wenn er den Fuß ans Land setzt. Uebrigens war dieser Anblick uns weniger an­genehm, als überraschend. Die niedrige, rohe Natur dieser halbnackten, zudringlichen Menschen verletzt das Gefühl des Europäers, der sich so eben aus dem Vaterlande feiner Sit­ten und gefälligen Formen hieher versetzt sieht.

Rio de Janeiro, oder eigentlich St. Sebastians, gewöhnlich nur Rio genannt, liegt am Ufer der großen Bai, welche sich von der Stadt aus noch dreimal so tief nach Nor­den in das feste Land erstreckt, als man bis zum Ankerplatz rechnet. Der altere, nordöstliche Theil der Stadt ist von acht geraden, ziemlich engen, parallelen Straßen durchschnit­ten und durch viele rechtwinklige Ouerstraßen in Quadrate abgetheilt. Ein großer Platz im Westen der Altstadt, Campo de St. Anna, trennt diese von der Neustadt. Letztere, meist erst seit der Anwesenheit des Hofes entstanden, hangt durch eine über einen Meeresarm geschlagene Brücke mit dem südwestlichen Viertel und mit dem königlichen Lust­schloß St. Christorad zusammen. Die Straßen sind größtentheils mit Granitsteinen gepflastert, jedoch werden sie