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nauec Bekanntschaft mit dem Geiste des brasilianischen Volkes findet freilich der Reisende, daß jene Absichten der Regierung im Allgemeinen noch nicht genug gewürdigt werden, und daß eine zweihundertjährige Abhängigkeit von dem Mutterlande Portugal zu mächtig auf den Charakter des Brasilianers eingewirkt habe, als daß er sich jetzt mit derselben Energie, welche den Europäer auszeichnet, den ernsten Beschäftigungen der Industrie, der Künste und Wissenschaften hinzugeben vermöchte, die das Glück und die innere Kraft eines Staates befestigen. Es ist bis jetzt mehr der Sinn für Bequemlichkeit, Luxus und gefällige Formen des äußern Lebens, der sich hier starker regt, als der für Künste und Wissenschaften im eigentlichen Sinne. Wahrend die Ausbildung dieser letzteren in nördlichen Landern spater die Veredlung der Lebensgenüsse zur Folge hat, kommt man umgekehrt im Süden von der freieren Entwickelung der Sinnlichkeit und des äußern Lebens auf die Vervollkommnung der Kunst und Wissenschaft. Man erwarte daher in der jungen Hauptstadt noch nicht die großen und einflußreichen Einrichtungen für die höhere Erziehung und Belehrung des Volkes, welche man in Europa zu sehen gewohnt ist.
Die Bibliothek, welche 70,000 Bände enthalten soll, ist ein Geschenk, welches der König für die Hauptstadt Brasiliens aus Portugal mitbrachte. In dem ganzen Reiche werden bis jetzt nur zwei Zeitungen gedruckt, allein auch diese wenigen Zeitungen werden nicht allgemein mit

