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Reißach herbei, warf es dem armen Huß vor die Füße und sprach: „daß du zurHöll' fahrest, kei ich diese Büschel dir zu, du Erzkezer!" Huß sagte darüber nur: „O! heilige Einfalt!" Aus dem dicken Rauch heraus aber, der hoch aufqualmete und ihn in schwarze Wolken hüllte, hörte man ihn dreimal vernehmlich rufen: „Jesu Christe, du Sohn des lebendigen Gottes, erbarme dich inein!" Hernach legte sich der Rauch wieder und Huß ward aller Augen sichtbar, aber mit gesenktem Haupt von dem Rauche erstickt. Nach kurzer Zeit, als auch sein Leib von den Flammen vollends verzehrt war, sammelte man seine Asche, schüttete sie in ein Stierfell und warf sie bei großem Jubelgeschrei in den Rhein.
Jahrs darauf den 30. Mai 1416 starb auf Verdammung derselben Kirchenversammlung auch Hußens Freund, Hieronymus von Prag, an derselben Stelle denselben Tod.
VI.
Das Märtyrerthum aus -er Reformations- Zeit.
Hußens Weissagung ging buchstäblich in Erfüllung: der Schwan erschien just nach 100 Jahren in dem deutschen Manne „Luther" und sang ein neues Lied von Wahrheit und Freiheit. Und der Pabst sammt seinen Priestern merkte bald, daß es dießmal Ernst sey und daß der

