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natürlich nur im kleineren Kreise, zu erkennen gab. Er war glücklich, wenn er von seinem Vater, der Einiges er­spart hatte, kleine Spenden bekam, die er an die Armen vertheilen durfte. Dabei prägte sich in seiner jungen Seele das Mitgefühl für Schmerz und Noth seiner Mitmenschen so tief ein, daß er der traurigen Hungerjahre nie wieder vergessen konnte.

Der Sattlermeister Ackermann legte um jene Zeit sein Handwerk nieder, verließ sein bisher bewohntes Rei­nes, unansehnliches Haus und erpachtete die Schankwirth- schaft im Rathhause zu Stollberg. Die geistigen Kräfte seines Sohnes Rudolf entwickelten sich dort auf eine sehr erfreuliche Weise. Der Knabe zeigte in der Schule einen unermüdlichen Fleiß und bekam endlich, nachdem er einigen lateinischen Unterricht genossen hatte, Lust, sich den Wissen­schaften ganz zu widmen. Diese Neigung verstärkte sich, als sein Vater im Jahre 1775 nach Schneeberg zog, wo Rudolf größere Gelegenheit zu Erweiterung seiner Kennt­nisse fand, daher das dortige Lyceum besuchen durfte. Bis in sein fünfzehntes Lebensjahr gehörte er dieser Anstalt als einer der besten und fleißigsten Schüler an, doch konnte er seinen Lieblingsplan, zu studiren, zu seinem schwersten Leidwesen nicht weiter verfolgen, da sein Bruder Wilhelm schon die wissenschaftliche Laufbahn betreten hatte und dies dem Vater bei seinen nur auskömmlichen Vermögensver­hältnissen schon zu viel kostete. Es wurde dem streb­samen Sohne unendlich schwer, sich für einen andern Be­ruf zu entscheiden, aber Liebe und Gehorsam gegen den Vater forderten es, und er that's. Mit niedergeschla­genem Herzen wendete er sich zu seinem ältesten Bruder Friedrich, um bei ihm das Sattlerhandwerk zu erlernen.

Friedrich nahm sich seines jüngeren Bruders mit Liebe Und Sanftmuth an. Er merkte gar bald, daß Rudolf sich in der Werkstatt nicht eben sehr wohl befinden konnte, darum bemühte er sich, seinen Lehrling, so weit er es ver­mochte, neben der mechanischen Sattlerarbeit eine ihn mehr erheiternde Beschäftigung zu verschaffen. Friedrich war nehmlich ein leidlicher Zeichner, und er bemühte sich nun, seinem Rudolf in geschäftsfreien Stunden Zeichnenunter­richt zu geben. Dieser faßte die Sache mit einer unge­wöhnlichen Begierde auf, entwickelte in kurzer' Zeit ein