ECigenthümlichkeiten einer Krankheit bekannt zu werden, mit der vielleicht mancher Einzelne zu kämpfen haben wird; es frommt bei dieſer Krankheit, die Furcht und Angſt zu ihren treueſten Verbündeten zählt, um ſo mehr, damit jeder Einzelne wiſſe, was er in Wahrheit zu fürchten, zu vermeiden, und was leerem

Wahne und Aberglauben anheimzufallen habe,

Dem redlichen Willen, zu dieſer Aufklärung beizutragen, verdanken dieſe Blätter ihr Entſtehen, dem Wunſche möglichſt allgemeiner Verbreitung unter allen Ständen ihre populäre Faſſung.

Ich ſelbſt habe dieſe Krankheit bei ihrem zweimaligen epidemiſchen Auftreten in Wien kennen gelernt. Am Kranken bette meiner theuerſten Angehörigen, mit den erſten Cholera­ärzten Wiens dadurch häufig in Berührung, im Wiener Gar­niſons-Spitale, wo ich als künftiger Militärarzt freien Zutritt hatte, war reichliche Gelegenheit geboten, mir über dieſe Krank heit eigene Anſichten zu bilden und Erfahrungen zu ſammeln, die mir, dem Arzte aus Neigung und Beruf, unvergeßlich blieben. Studien, practiſche Erfahrungen und endlich die wieder neu aufgetauchte Epidemie mit ihren neuen, manches Alte beſtäti­genden, aber auch verneinenden Erfahrungen haben ſeit dem dazwiſchen liegenden Zeitraume von beinahe 18 Jahren dieſe Anſichten zum Theile modificirt, zum Theile beſtätigt, und zum

Theile ihnen eine neue Richtung gegeben.