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Und nun wollen wir noch den vor Pilatus und Herodes unschuldig verklagten und verhöhnten Je­sus betrachten.

II.

Sehr gut ist es, daß die Bösen nicht immer volle Macht haben, ihre bösen Gedanken, Ab­sichten und Entschließungen auf der Stelle aus­zuführen; denn so bald sie das könnten, wie groß würde dann die Zahl ihrer bösen Lhaten, oder wie schnell würden sie manchen Guten und Recht­schaffenen aus ihrer Mitte vertilgen.

Sehr gut ist es, daß auch die Bösen durch gewisse Rücksichten in ihrem freyen Handeln eingeschränkt werden; denn ohne diese Einschrän­kung könnte der Gute kein gutes, erbauendes Wort mehr seinen Brüdern sagen, noch viel weniger eine nützliche Anstalt zu ihrem Besten treffen.

Jesus Feinde hatten schon langst ihre mör­derischen Hände nach Ihm ausgcstreckt; allein das Volk, das in zahlreicher Menge Ihm anhieng, und das sie fürchten mußten, war ein mächtiges Hin­derniß: und obgleich es ihnen itzt gelungen war, den Unschuldigen in ihre Gewalt zu bekommen, durften sie Ihn doch nicht eigenmächtiger-