würgen. Dey einer höhern Behörde, der sie Gehorsam und Achtung schuldig waren, mußten sie erst zu erreichen suchen, was ihr böses, von Leidenschaften eingenommenes Herz so sehnlich verlangte. —
Die Freude, Jesus in ihren Händen zu haben, konnten sie also nicht ganz genießen; sie wurde ihnen verbittert durch die peinliche Unruhe, welche der Gedanke an ihre Abhängigkeit, und an den noch zweifelhaften Ausgang der Sache ihrem Herzen machte. —
So ist bey bösen Handlungen nie wahre Freude; — bange Furcht begleitet ihre Ausführung ; und wie manches muß verheimlichet, wie manche List ausgedacht, wie manches Hinderniß weggeräumt, wie mancher muß gewonnen, und wie manchem muß geschmeichelt werden, bis endlich die böse That ausgeführt, und das schändliche Werk vollbracht wird? —
O, es ist eine gewisse Wahrheit: Gutseyn ist eine viel leichtere Sache, als das Bö- seseyn. — Der Gute trägt den Frieden in seinem Herzen; der Böse hat keinen weder in sich noch ausser sich. Der Gute hat Alles nur mit Gott und seinem Gewissen auszumachen; der Böse muß tausend Kunstgriffe zu Hilfe nehmen, da kriechen, und dort seine Menschenwürde verläugnen,

