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leiden; denn Sein Leiden mußte Seine Brüder retten. — Er schweigt, und läßt sich einem Sünder nachsetzen; denn Er wollte büssen für den Stolz, der das erste Menschenpaar zur Sünde verführte. —
O Christen! Wie wehe thut es uns, und wie sehr werden wir beleidiget, wenn'wir Einem, der vielleicht noch besser ist, als wir, nachgesetzt werden! — Laßt uns also Jesus unüberwindliches Schweigen nicht nur bewundern, sondern auch von Ihm lernen, jede Zurücksetzung eben so geduldig und standhaft zu ertragen; und vorzüglich läßt uns auf unsrer Hut seyn, daß wir diesen Jesus nicht auch dem Irdischen und Sinnlichen, nicht auch einem zeitlichen Vortheil, «der einer Sinnesluft — aus thörichter Verblendung nachsetzen. —
Es ist uns auffallend, daß eine Wahl zwischen Jesus und einem Mörder nur möglich war; allein ehe wir den Leichtsinn und die Thorheit der Andern mit stolzer Selbstgefälligkeit tadeln, laßt uns zuvor auf uns selbst herschauen, und wir werden zu unsrer Beschämung finden, daß wir schon oft nicht besser, vielmehr — nach dem Grade unsrer Erkenntniß — noch schwacher, thörichter und leichtsinniger, als das jüdische Volk, gehandelt haben. —

