Stirn und Wangen herablief; ein Rohr, statt eines Zepters, gaben sie Ihm in die Hand; ein altes, rothes Soldatenkleid hangen sie um Sei­ne Schultern; verspotten Ihn als vorgeblichen Judenkönig; schlagen mit dem Rohre, das sie Ihm aus der Hand rissen, auf Sein Haupt; geben Ihm Faustschläge, und verunreinigen mit ih­rem Speichel Sein heiliges, freundliches Angesicht.- Keine Klage kommt aus Jesus Munde, durch keine Vorstellung oder Drohung sucht Er dem aus­gelassenen und frechen Muthwillen Einhalt zu thun. Er schweigt und duldet!

O Christen! Vergeßt doch in keiner Mishand- lung, wenn sie auch noch so bitter und herzangrei- fend wäre, den schweigenden und geduldi­gen Jesus! Er läßt auch uns leiden, weil Er auch uns durch Leiden bessern, oder noch voll- kommner und edler machen, und zu Sich erheben will; und gewiß, wer zu Ihm aufblicket, Seine ausharrende Geduld, Seinen standhaften Muth recht oft betrachtet, dem wird die Leidens­stunde erträglicher, und nicht so schnell bringen ihn Sport und Bitterkeit aus der gehörigen Fassung. So zerfleischt, so mit Blut überronnen, so un­menschlich mishandelt führte Pilatus Jesum aber­mal dem Volke vor. Er setzte seine Hoffnung auf das Gefühl des Mitlcidens, das der Anblick deö