O liebe Christen! Wir wollen auch eine Weile stehen bleiben, und Jesus auf Seinem Todesgange betrachten. Nicht nur bedauern und beweinen wollen wir den unschuldig verurtheilten und zur schmerzvollsten Marter bestimmten Jesus, sondern denken: Er geht auch für mich in den Tod! — Er geht dahin, für mich zu sterben — genug zu thun für meine Sünden — mir die Sünde verhaßt, und die Tugend recht liebenswürdig zu machen! —
L, wir alle haben die schwere Last Seines Kreuzes noch schwerer und drückender gemacht ; denn wie oft schon haben wir Seine Liebe vergessen — wie oft schon haben wir unser Herz von Ihm weg, und dem Irdischen zugewendet —' wie oft schon haben wir an Seine schweigende Geduld nicht gedacht, sondern wenn die geringsten und verdientesten Leiden uns trafen, nur geklagt und gemurret? —
Der so ruhig und stille zum Tode gehende Jesus ruft uns zu: „Verleugnet euch selbst! Nehmt euer Kreuz auf euch, und folget mir nach!" — Sein Muth war grösser als das Leiden, das Ihn doch beynahe zu Boden drückte; — mit ausharrender Entschlossenheit vollzog Er den Willen des Vaters. —
O Christen! Wenn wir das Bittere dulden.

