92
niederschlagende Nachricht den Hohenpriestern und Aeltesten des Volkes. —
Schon war Magdalena, Maria, die Schwester der Mutter Jesu, und Salome nebst andern Frauen auf dem Wege zum Grabe. Diese Edlen, die mit ganzer Seele an dem noch lebenden Jesus hiengen, wollten auch Seinem Leichname zum Zeichen ihrer Ehrfurcht und Liebe die letzte Ehre erweisen; — durch Einreibung kostbarer Salben wollten sie denselben recht lange vor der Fäulniß bewahren. —
Im Hingehen hatten sie die einzige Sorge, wer ihnen sivohl den Stein vom Grabe walzen werde; und als sie naher hinzu kamen, und den Stein schon weggewälzt sahen, überfiel sie Trauer und Schrecken, weil sie glaubten, die Bosheit der Feinde Jesu wäre so weit gegangen, daß sie auch Seinen Leicbnam weggenommen, und ihnen die Freude geraubt Härten, ihre Ehrfurcht und Liebe ihm noch einmal zu bezeugen. —
Ohne alle Untersuchung läuft Magdalena — getrieben von Angst und Kummer zurück zu Petrus und Johannes, und kann diesen nur die flüchtigen i Worte sagen: „Sie haben den Herrn aus der Gruft weggenommen, und wir jwis- sen nicht, wo sie Ihn hinbrachten." —

