94

Stadt zu ungesehen von Petrus, Johannes und Magdalena. Ihr Gedanke war nur der aufer­standene Jesus, und ihr Mund konnte nur sprechen von Ihm, so wie ihr Herz nur das fühlen konnte, was sie gesehen und gehört hatten; sie wußten es aber nicht, wie nahe der Augenblick war, wo ihnen noch größere Freude zu Theil werden sollte. Auf einmal steht Jesus, der Neulebendige, selbst vor ihnen, und spricht voll Huld und Freundlich­keit: Seyd gegrüsset! Alle stürzen voll Ehrfurcht vor Ihm nieder, alle umfassen Seine Kniee, und küssen Seine Füsse. Jesus, der es wohl bemerkte, daß noch einige Furcht bey ihrer Freude war, sprach voll Liebe, und unbeschreiblich sanft:Fürchtet euch nicht, geht und sagt es meinen Brüdern, daß ihr mich gesehen habt. Sagt ihnen auch, sie sollen nach Galiläa reisen, dort werden sie mich zu sehen bekommen."

So belohnt Jesus die Anhänglichkeit, und die treue Freundschaft, welche diese Frauen auf man- cherley Weise gegen Ihn bewiesen hatten. Sie weinten an Seinem Kreuze, sie verbargen es vor seinen Feinden nicht, welch herzlichen und großen Antheil sie an dem unschuldig Verworfenen nah­men; und mit dem Aufgange der Sonne hatte sie ihr Herz hinaus zu ^ Seinem Grabe getrieben.-