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Als die Jünger weg waren, flössen die Thra- nen der Magdalena noch häufiger; — sie überließ sich ganz ihrem Schmerz, und sah mit unverwandtem Blicke hin auf das leere Grab. Da sah sie auf einmal. zwey weißgekleidete Engel — einen, wo das Haupt, den andern, wo die Füsse des Leichnams Jesu gelegen hatten., „Warum weinest du so heftig? — fragen sie diese voll herzlicher Theilnahme. „Ach — war ihre Antwort— meinen Herrn hat man weggenommen, und ich weiß nicht, wo er hingebracht wurde." —
So bekümmert sich Liebe um den Geliebten; — sie hat keine Ruhe, so lange sie nicht weiß, wo der Leichnam des Geliebten ruhe. — Als wenn sie ihn suchen wollte, wandte sich Magdalena um, und sah Jesus stehen; aber sie -kannte Ihn nicht — ihr thränenvolles Auge hielt Ihn für bitten Gärtner; und als auch dieser fragte, warum sie so schmerzlich weine, glaubte sie Aufschluß durch ihn zu bekommen, und sprach die schnellen Worte: „Ach Herr! hast du ihn vielleicht wegge- tragen? O, sag mir doch, wo du ihn hin» legtest, mach mir die.Freude, daß ich ihn holen kann."
Wie hätte Jesus ein so edles und so tief bekümmertes Herz noch länger können trauern las-

