98

tcn Gottes sitzen, und auf den Wolken des Himmels kommen sehen."

So sprach Jesus vor Kaiphas. Dieses offne, freymüthige Bekenntniß wurde für Gottesläste­rung gehalten, und Er als ein Mann voll des Betrugs und der Anmaßung, als ein Mann, der - die schuldige Ehrfurcht gegen Gott außer Acht ge­lassen habe, zum Tode verdammet.

Deßwegen nahm aber Jesus das einmal aus­gesprochene Wort nicht wieder zurück; wie Er in Seinem Leben den allmächtigen Gott Seinen Water nannte, so sprach Er noch wenige Augen­blicke vor Seinem Tode: Vater, in deine Hände befehle ich meine Seele! Durch Sein letztes Wort wollte Er also das Nämliche sagen, was Er vor Kaiphas sagte.

Was Sein Mund aussprach, das bestätigten euch Seine Thaten. Er gab Leben und Gesund­heit seinen Brüdern, wie der allmächtige Schöp­fer; Er wandelte auf der Meeresfläche daher, wie auf dem Trockenen, Er geboth dem Stur­me und den schlagenden Wellen, und all Sein Wirren wa'r überhaupt so beschaffen, als wenn die ganze Natur Ihm gehorchen, und zu Gebothe stehen müßte. Nebst dem bewies ja Sein ganzer Wan­del unter den Menschen, daß Er sie nicht täuschen, nicht blenden wollte. Er war zu gut, und zu