54

I. Abthcckung.

Philipp. (Der Rckter.) PHantaficnbilver schwinden;

Immer hält der Liebe Wort:

Liebe wird an jedem Ort Zimmer Freudrnkränze winden.

Preis der schön durchlebten Jugend!

Preis der Unschuld und der Tugend!

Philippine. (Die Muthige.)

Prüfe das Glück: es ist lockendes Spiel mit betrü­genden Göttern;

Heute gewannst Du, doch niacht armer Dich oft der

Gewinn.

Ist nicht auch Ruhm ein un»ndlichkr Kampf mit der Welt und dem Herzen?

Lohnt auch da« eine Dich; oft doch die andre Dir

flucht.

In den Armen der Liebe zu ruhn, nicht sorgend um

Zukunft,

Pflückend die Blüth' der Lust auf dem Gefilde des

Jetzt,

Pflegend im Herzen das reizende Bild der entschwun­denen Freude,

In deni Vergessen geschickt, todt für die Pfeile der

Qual,

Nur das hebt zu den Göttern Dich auf, gleichet

Dein Leben

Einem Eiland, umrauscht rings von dem stürmischen

Meer.

Ouirina. (Die sich Quälende.)

Ouäle Dich nicht von der Wiege zum Grabe!

Ist denn das Leben von Freuden entblößt?

Reicht es nicht gern seine freundliche Gabe Jedem, der nicht mit Gewalt sie verstößt?

Nimm darum an, was sein Füllhorn beut!

Aus und genieße die Jugendzeit!

Rebekka. (Die Starke.)

Recht thu« und redlich sein, ist gut,