gar nix. Der Jakob ist nicht in mich verliebt sondern in eine Andere.

A g e r l. Dös begreif ich.

Fr. Kat hl. Aber nur Geduld! s'geht nit so leicht! i will a da­bei sein, bei diesem Scandal in Hernals; i fahr naus, nimm ein Fiaker, 's g'schiehl ein Unglück.

Agerl. (mit vollem Munde.) O Gott, o Gott!

Fr. Kat hl. (zu Agerl.) Aber allein kann ich nicht gehen, die Mannsbilder sein zudringlich gegen hübsche junge Frauen, Du wirst mich begleiten Agerl, als Quart de Daum, häng dein Kotzentüchel um

mir bring nniit Federhut und meine Sammtmantille.

Agerl. Gleich, Frau. (Ab.)

F r. K a t h l. (aus- und abgehend) I weiß nit, warum i mich ereifer, der Jakob hat ja noch keine *Jdee, daß i in ihm verliebt bin. Sobald er das erfahrt, laßt er die Pome- rantschen-Nani g'wiß dem schwarzen Peterl. Was wirds dann g'wesen sein, ein kleiner Techtelm echtl, der Jakob ist sauber.

Agerl. (kommt zurück, in einer Hand den Federhut, in der andern den Knödel-Teller, über dem einen Arm die Sannntmantille, über den andern dag Kotzentuch.) So Frau,

da Frau.

Fr. K athl. Bist amal da her mit'n Hut! (Agerl reicht ihrer» schrocken den Teller) Stell's Knö­delteller nieder, den Hut, g'schwind

Kreuz tibi Domine umhänqen! Geschwind

Agerl- tdie das Anfahren ver­blüfft, hängt der Frau Kathl das Kotzentüchel um, daS in der Mitte ein großes Loch hat, und bindet selbst die S ammt-Mantiüe um.g

Fr. Kathl. Na jetzt wollen wir sehen; wann ich mich so eigen werd beim Heurigen, wer

dem Jakob besser g'fällt. (Ab, da- bei kommt daö große Loch im Tuch zum Vorschein.) Komm Angerl, sei Zeuge bei meinem Triumph. (Beide ab).

(Verwandlung)

Beim Heurigen. LustigeS Treiben. Im Hintergründe eine Erhöhung. Clarinette mitViolin und Guitarre, ä la Gruber. Leute an den Tischen und auf der Erde. spielende Kin­der, Salamimänner, - Jauchzen bei der Verwandlung. Die Clarinette spielt mit Begleitung.)

Siebente Seene.

Murr, dann ein Bettelweib mit ihren Kindern, dann Nagy Janos, ein ungarischer Urlauber.

M u r r. (Kommt nach vorn). Da müßt ich ein Narr sein, wann i in all den Wirthshäusern herum­rennet, die mir d'Frau Kathl her­plappert hat. I bleib jetzt da, und wart bis die PomerantschemNani hierher kommt. (Zünder sich eine Zigarre an).

Bettelw. (mit drei Kindern, daö vierte auf dem Arm.) KvMMts Kinder, wir müssen heut zum ersten Male betteln gehen. Nur Euch z'lieb thur is, i kann ruck nit hungrig sehen! Da is ein nobler Herr, der gibt uns gewiß was. Gnä'Herr i bitt recht schön!

Murr (dampfend.) Wird nix theilt!

Bettelw. Mein Mann is -r

Murr. B'soffen, das kann i mir denken.

Vettel w. Er liegt

Murr. Und schlaft sein Rausch aus; er soll arbeiten der Tagdieb.

Bettelw. (empört). Er ist krank, und kann nix arbeiten. Wir haben heut no nix Warm'S gessen.

Murr. Is so nit g'sund bei S