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«in Mensch so wunderbar von der Natur begabt seyn kann, daß er eben so geistreich als reizend ist. Aber suchen wir zuerst zu erfahren, wer dieser Unbekannte ist; das wird unsere Unterhaltung weniger banal machen können.«
Dies denkend, stand Diana von Beaupertuis auf, und von dem Vorrechte der Maske Gebrauch machend, tratt sie sehr nahe an den Unbekannten heran; dann da sie bemerkte, daß er in der Nahe noch hübscher war, als aus der Ferne gesehen, ging sie durch die Thüre, an deren Pfeiler der Unbekannte nachlässig sich lehnte. In diesem Augenblicke bemerkte Frau von Beaupertuis einen Mann aus ihrer Gesellschaft, der in den Cvrridor trat.
»Herr von Gernande,« sagte sie, ihn anhaltend, »auf ein Wort — ich bitte Sie.«
»Lieber zwei, als eins, reizender Domino. Sie kennen mich also?«
»Wer kennt Sie nicht! Sie sind überall!«
»Das ist wahr reizender Domino, allein—«
»Wollen Sie sehr liebenswürdig seyn?«
»Gewiß, um Ihnen gefällig zu werden.«
»Nun denn,« setzte Frau von Beaupertuis hinzu, ihre Stimme dämpfend, aus Furcht von dem Unbekannten gehört zu werden, von dem sie nur einige Schritte weit entfernt war, — »Sie sehen doch jenen großen, schmächtigen jungen Mann im blauen Rocke, der uns den Rücken zuwendet, dort. Er steht an jener Thüre?«
»Ja, ich sehe ihn.«
»Ich habe gewettet, daß es ein Mann aus unserer Welt ist, der seit langer Zeit von Paris abwesend war, und —«
»Pardon, wenn ich Sie unterbreche, reizender Domino, aber Sic haben so eben gesagt: Aus unserer Welt. Wir gehören also derselben Gesellschaft an?«
Dle Schicksals-Prophezeiung I. 9

