Ser Wolfram hatte einen ſchönen Herbſttag benützt, um mit ſeiner Familie einen größeren Spatziergang zu machen und bei dieſer Gelegenheit einen auf dem Lande lebenden Freund zu beſuchen. Die Sonne ſchien, nachdem ſich der Nebel verzogen hatte, recht warm und man hätte nicht bemerkt, daß der Som­mer ſchon vergangen ſei, würden nicht die hie und da ihre Farbe ändernden Blätter daran erinnert haben. Der Weg wurde durch mancherlei Geſpräche verkürzt, denn die Kinder fanden gar vie­les, über das ſie vom Vater belehrende Aufklärung verlangten. Da fragte Gottlieb, warum die Landleute ſchon jetzt wieder Samen in die friſch gepflügten Aecker ſtreuten und nicht bis zum Frühjahre damit warteten und er erhielt zur Antwort, daß man dieſes Getraide zum Unterſchied von dem im Frühlinge geſäten Winterfrucht nenne, da man es faſt vier Wochen früher ärndten könne; noch im Herbſte ginge es auf und erhalte durch den Schnee eine wärmende Decke, welche es gegen das Erfrieren ſchütze. Alles weitere Geſpräch aber wurde durch das Geſchrei der anderen Kinder unterbrochen, welche in einer nahen Hecke ein leeres Vogelneſt gefunden hatten und dieſes nun herbeibrachten.

Neugierig betrachteten alle das aus zarten Rinden, Reiſern, Stroh und Wolle künſtlich zuſammengefügte Neſt und konnten gar nicht begreifen, wie die doch kleinen Vögel es anfingen, um für ihre Jungen eine ſo paſſende Wohnung zu machen.Das eſt muß man wieder in die Hecke bringen, ſagte Gottlieb damit, wenn die Vögelein heute Abend heim kommen, ſie es wieder finden. Die andern Kinder ſtimmten ihm bei, doch der Vater nahm ihnen dieſe Beſorgniß, indem er ſagte: Das Neſt gehörte einem Maiſenpaar, das dasſelbe verließ, ſobald