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Das Weib an der Ruine.

ES war am siebenten August 1793, Nacht verschleierte mit ihrem düsteren Gewände einen undurchdringlichen Wald in einer Gebirgsgegend Galiziens. In der Tiefe desselben erhoben sich z» jener Zeit die Ruinen eines, ehemals dem heiligen Stephan geweih­ten Klosters.

Epheu, Moos und Schmarotzerpflanzen bedeckten fast gänzlich die vor Alter schwarzen Steine. Einige zerfallene Bogen, einige von gothischen Fensteröffnungen durchbrochene Mauern standen stoch; sie traten aus dem dunkeln Grunde des unermeßlichen Waldes unheimlich hervor und erfüllten das Herz des hier einsam vorüberziehenden Wan­derers mit Furcht und Entsetzen, wenn er der grauenvollen Frevel, der finsteren Thaten der Hölle gedachte, welche hier unter dem düste­ren Schleier der Nacht begangen sein sollten.

Eine steinerne Statue stand noch fast ganz erhalten und erhob sich kolossal mitten unter den Schlingpflanzen, die Trümmerhaufen weit überragend, mit grausiger Majestät, als wäre sie ein Denkmal der Hölle, hier aufgestellt, Wache zu halten, damit kein Sterblicher ungefährdet ihr vorüberziehen möge.

Es herrschte tiefes Schweigen; von Zeit zu Zeit vernahm man nur das dumpfe Rauschen der Bäume, durch deren Zweige der «,acht- wind seufzte.

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