Drittes Kapitel.

Die Herrschaft der Franzosen bis zur Einsetzung des Kaiserthums.

Nachdem Forey von der Hauptstadt auS eine Proclamation voll der verlockendsten Verheißungen er­lassen, schritt er zunächst zur Einsetzung einer proviso­rischen Regierung, zu welchem Zwecke am 18. Juni eine Versammlung von 35 Notablen einberufen wurde welche drei Bürger des Landes mit der RegierungSge- walt bekleiden, worauf diese Versammlung noch wettere 215 Mitglieder sich zugesellen sollte, die als eine Art verfassunggebender Reichstag zu bestimmen hätten, wel­che Regierung endgültig anzunehmen sei. Die Versamm­lung, am 7. Juli eröffnet, erklärte sich bereits am 10. mit einer Mehrheit von 203 Stimmen für die mo­narchische Form der künftigen Regierung und zwar sollte der Souverain den Kaifertitel annehmen. Der neue Thron sollte dem Erzherzog Ferdinand Maximilian von Oesterreich angeboren werden; für den Fall, daß dieser sich weigerte, die ihm ange­botene Ehre anzunehmen, wollte man den Kaiser Na­poleon bitten, einen anderen Candidaten für die kaiser­liche Würde vorzuschagen.