Vorwort und Einleitung.

weiß, was Charaktere sind, und wozu sie sind, kennt auch ihre Unentbehrlichkeit für das Studium der Na­turgeschichte, und wird zugeben, daß ihr fleißiger Gebrauch mit dem kürzesten Zeitaufwands zu befriedigenden Kennt­nissen aus einem bestimmten Naturreiche verhilft.

Daß bei einem geregelten Studium die Charakteristik der höheren systematischen Einheiten jener der niederen vor­ausgehen müsse, sieht Jedermann ein; ebenso wird man billiger Weise von einem Anfänger kaum mehr verlangen können, als daß er von einem Thiere mit Gewandtheit sagen könne, zu welcher Classe, Ordnung und Familie dasselbe gehöre. Dieß der Grund, warum ich nicht unter die Familie herabgegangen bin. Um jedoch den Anfänger bei dem Studium dieser systematischen Einheiten zu lei­ten, hielt ich es nicht für überflüssig, unter die Familien- Charaktere die vorzüglichsten dazu gehörigen Gattungen zu setzen, damit er sogleich in zweckmäßigen Sammlungen oder in brauchbaren Abbildungen Repräsentanten für eine be­stimmte höhere systematische Einheit in genügender Menge aufzufinden im Stande sey. Deßhalb sind den deutschen Namen stets auch die entsprechenden systematischen in la­teinischer Sprache beigegeben, und so ist gleichzeitig dar­auf hingewirkt, daß der Anfänger sich nach und nach an die für das Studium der Naturgeschichte unentbehrliche wissenschaftliche Nomenklatur gewöhne.