Firniß zu alten Gemaͤlden, oder zu ſolchen, die ſchon mehrmals gefirnißt ſind, anwenden, ſo muß man den Terpentin weglaſſen, der nur dann gebraucht wird, wenn man neue Gemälde. zum erſten Mal uͤberſtreicht, die noch keinen Ueberzug von Firniß haben und nur erſt von dem Eiweißanſtrich gereinigt worden find.

Einige Kuͤnſtler machen ein Geheimniß aus dem Verſahren, welches ſie anwenden, um ihrer Arbeit ein ſchoͤnes Anſehen zu geben. Die Hauptfache iſt, daß man den Firhiß ſo geſchmeidig und weich als moͤglich macht, ohne für feine Dauer und Cenſiſtenz zu beſorgt zu ſeyn. Die letztere Eigenſchaſt iſt beſonders bei ſolchen Firniſſen wichtig, welche für Doſen, Tiſchlerarbeiten und andere der Reibung ſehr ausgejetzte Dinge beſtimmt find,

34. Ein Ueberzug für Gemälde.

Maler, welche mit ſiarker Unterbrechung arbeiten, haben die Gewohnheit, die Theile des Gemäldes, welche vollendet ſind, mit einem Ueberzug zu bedecken, der die Farben friſch er­hält, fich aber wieder wegnehmen laͤßt, wenn fie die Arbeit fortſetzen wollen. Um einen ſolchen Ueberzug zu bereiten, loͤſt man 1 Loth pulveriſirten Maſtix in 6 Loth ganz klarem Nußök über einem gelinden Feuer auf, und ſchüttet die Miſchung in einen marmornen Moͤrfer fiber 3 Loth pulveriſirtes eſſigſaures Blei(sal saturni), rührt es mit einem hölzernen Stahe um, und ſetzt nach und nach Waſſer zu, bis die ganze