III
Wieder ein anderes Erleichterungsmittel glaubte man in gewissen Namen gefunden zu haben, die man den Buchstaben gab, um ihre Laute zu bezeichnen. Man gebrauchte z. B- die Namen Hauch er, Saur ser, Nießler für die Buchstaben h, f, n. Denkt ein Kind, wenn man ihm einen Buchstaben vorzeigt, an solchen Namen, so weiß es sogleich den Laut; aber nur Schade, daß ihm der Namen nicht immer wieder beyfällt.
Am sonderbarsten "klingen oft andere Namen, in denen man die zu einem Laute erfoderlichen Mund, theile zu verbinden suchte. Z. B: Zungenspitzen, zahnsauser für s, Unterlippenzahnblaser für f. „Welche ungeheure Namen für so winzige Dingerchen!" sagte einst ein Recensent; „Könige und Kaiser haben kaum größere Titel!"
Und mittelst solcher barbarischen Namen, die in der ganzen Sprache nicht ihres Gleichen haben, will man die Kinder in die veredelte Sprache einführen? — So fragten die Lehrer und blieben lieber wieder bey ihrem Buchstabieren.
Nichts war natürlicher, als daß man bey diesen und ähnlichen Versuchen später auch auf den Gedanken kam, den Buchstaben-Unterricht, um das Behalten der Buchstaben zu erleichtern, sogleich mit dem Schreiben zu beginnen. Und so entstanden seit dreyßig Jahren neben den verschiedenen Lesmethoden, endlich

