Äußerliche Krankheiten der Pferde. 7
bis sie verschlossen sind. Nachdem die Blutung auf diese Weise gestillt ist, ist es noch sehr dienlich, daß man eine Zeitlang kaltes Wasser an die Wunde sprengt, um sowohl den Brandschmerz zu lindern, als auch die kleinen Blutadern durch die Kühlung immer mehr zu verstopfen.
Wenn große Hautlappen losgerissen sein sollten, so werden diese demnächst so viel als möglich in ihre natürliche Lage gebracht und mit einem füns- bis sechsfachen gewachsten Zwirnfaden, mittelst einer dicken Heftnadel, zusammengeheftet. Hierbei ist aber zu bemerken, daß die Hefte nicht zu fest gezogen werden dürfen, denn da mit einiger Zeit die Wunde immer stark aufschwillt, so würden sie wieder aufgerissen werden, was theils neue Arbeit, theils häßliche Narben erzeugen würde.
Späterhin hat man besonders danach zu sehen, daß die Wunde immer rein bleibt, das heißt, man muß behindern, daß sich durch die außsikern- den Feuchtigkeiten und Eiter keine Roben ansetzen, weil sich unter diesen immer Eiter ansammelt, welcher tiefer einfrißt und so die Heilung verzögert. Man bestreiche deshalb, Anfangs täglich zweimal, nachher aber nur einmal, die Wunde mit der Salbe J\§ 9 und weiche die Roben durch ein gelindes Waschen mit warmen Wasser jedesmal vorher ab.
Mit der Zeit füllt und überfüllt sich die Wunde mit neuen Fleischtheilchen, so daß es nicht selten der Fall ist, daß die jungen rothen Fleisch- wärzchen, die man wildes F l e i sch zu nennen pflegt, über die gewöhnliche Fläche heraufwachsen. Dieses überflüssige wilde Fleisch verhindert, daß die Wund-

