Äußerliche Krankheiten der Pferde. 25

reibt auf diese Stelle von der Salbe J\S 11 ein, was man in vier und zwanzig Stunden noch zwei bis drei mal wiederholt. Hat die Salbe gut gezo­gen, so wartet man bis die Haut so weit geheilt ist, daß sich wieder junge Haare ansetzen: dann reibt man wieder von der Salbe auf und setzt diese Ab­wechselung bis zur Heilung fort.

24. Vom Verschwind.

Nach anhaltenden, schmerzhaften Lähmungen ereignet es sich bisweilen, daß das Fleisch an der einen Seite des Körpers, und zwar zunächst in der Umgegend des kranken Gliedes, geringer wird, oder, so zu sagen, wegzumagern scheint, wogegen die an­dere Seite ihre gewöhnliche Fülle behält. Nament­lich kömmt dieser Umstand öfters an den Hinter­schenkeln nach' Spatt- und Kreuzlähmungen vor und ist unter dem Namen Verschwind bekannt.

Zeigt sich der eine Schenkel nur wenig dünner als der andere, so läßt sich das Übel wol noch da­durch heilen, daß man alle drei Wochen wie einen Teller groß Spanischefliegensalbe an der äußeren Fläche des Dickbeines einreibt und das Pferd ent­weder auf die Weide schickt, oder ihm Ruhe im Stalle giebt. Ist der Verschwind aber schon ver- altert und zeigt sich unter sechs Wochen nach dieser Behandlung keine Besserung, dann ist auch ferner an eine Heilung nicht zu denken und, da solche Pferde zu wenig Kraft und Ausdauer in der Arbeit haben, so ist es am rathsamsten, sie über die Seite zu schaffen.