60
toffel-Wehe geschwungen, wenn gleich fein und nicht roh, wie die Hopfs Liese?
Steht in der Schrift: ,,Ein jeglicher habe lieb sein Weib, als sich selbst; das Weib aber fürchte den Mann. Das soll nicht heißen: Das Weib soll zittern und zagen vor der rohen Kraft des Mannes; sondern es heißt: es soll sich seinem Willen unterwerfen, ihm fol* gen und gehorsam sein, in Allem, was vernünftig und verständig ist.
Versteht sich von selbst, daß der verständige Mann der verständigen Frau in ihrem Hauswesen freie Hand läßt. Darf der Mann kein Töpfchen - Gucker sein, der die Nase in die Küche steckt, um zu sehn, was und ob die Frau es recht kocht. Das beleidigt mit Recht die Frau und sollst Du ihr solche Kränkung nicht anthun. Steht die Schürze dem Manne eben so schlecht, als der Frau Hosen — jedem, was ihm gebührt!
Wenn ich aber ein Hauswesen sehe, in dem eine vernünftige, gute, liebe Hausfrau und Mutter den Pan. toffel Sanft in ihrem Bereiche und Berufe regieren läßt über Kinder und Gesinde und Vieh, in Stube, Küche, Stall und Hofe, da fällt mir jedesmal das Bi. belwort ein: „Wem ein tugendsames Weib befcheert ist, die ist viel edler, denn die köstlichsten Perlen."
11. Der Wirths-Fritz.
^abs erlebt und wills beschwören, daß manchmal Schullehrer, Eltern, die von der Eitelkeit gestochen sind und deren eigener Verstand und gewonnene Weltweisheit nicht weiter reicht, als sie ihre Kirchthurmspitze sehen können — ich meine, daß solche Eltern und Lehrer oft eine schwere Schuld auf sich laden, indem sie ihre Kinder zu einem Lebensberufe veranlassen, zu dem diese eben so wenig Geschick und Beruf haben, als das Nashorn zu einem Seiltänzer. Zum Erempel!

