Ferdinand bat er vergebens, ihm zu erfüllen, was ihm feierlich verſprochen war. Ja die ganze Entdeckung hielt man nunmehr, da ſie gemacht war, fuͤr eine leichte Sache. Kolumbus ſtarb 1506; fein Leichnam ward auf Hiſpa­niola in der Stadi Domingo beigeſetzt, und ſeinem Ver­langen gemäß, wurden die Ketten, mit denen man ihn gefeſſelt hatte, neben ihn gelegt.

VII. Briefe, Quittungen a6. Lieber Freund!

Ich habe Dir eine traurige Nachricht zu melden. Geſtern iſt unſer Freund, Augunſt Müller, begraben wor­den. Die ganze Schule folgte mit naſſen Augen ſeinem Sarge, und fein braver Vater, der mit ihm fein eins ziges zaͤrtlichſt geliebtes Kind verlor, iſt untroͤſllich. Das Traurigſte dabei iſt, daß der Verflorbene an ſeinem fruͤhen Tode ſelbſt Schuld iſt. Er hatte ſich bei einem muntern Spiele heftig erhitzt, und eilte in die Stube, um zu trin­ken. Ungluͤcklicherweiſe muß hier Niemand ſeyn, der das unbeſonnene Kind davon zuruͤckhalten und ſo die ſchrecklichen Folgen verhuͤten konnte. Dieſe zeigten ſich leider bald. Auguſt mußte ſich in's Bette legen, empfand die heſtigſten Schmerzen, und ſtarb wenige Tage nach­her., Sein Tod hat auf uns, feine Mitſchuͤler, den lebhafteſten Eindruck gemacht; und unſer guter Lehrer hielt heute eine ruͤhrende Rede an uns, in welcher er uns an den hohen Werth des Lebens und der Geſund­heit erinnerte, und uns herzlichſt bat, Alles zu vermei­den, was diefen wichtigen Guͤtern nachtheilig werden koͤnnte, namentlich auch das Trinken bei einer ſlarken Erhitzung. Da habe ich mir denn aufs neue vorgenommen, dieſen wohlgemeynten Rath meines Lehrers nie zu ver­