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geſſen, und lieber eine Zeitlang den heftigſten Durſt zu

erdulden, als mich durch Stillung deſſelben um Geſund­

heit und Leben zu. Lebe wohl, und ſchreibe bald an einen

M. den 26. Maͤrz 1821.. aufrichtigen Freund Heinrich N.

Lieber Brud engl

Du kannſt glauben, daß wir uns Alle herzlichſt ges freuet haben, als wir durch Deinen Brief erfuhren, daß Du gluͤcklich und geſund in Berlin angekommen biſt, bald bei einem Meſſter Arbeit gefunden, und Urſache haſt, mit Deiner Lage zufrieden zu ſeyn. Moͤchte es Dir doch jederzeit in der Fremde wohlgehen! Möchten doch Deine Wanderjahre Dir nicht blos nutzlich, ſondern auch angenehm ſeyn! Du wirſt, das traue ich Dir zu, die herrlichen Ermahnungen des Vaters, die herzlichen Bit­ten Deiner Mutter und Deiner Geſchwiſter nie vergeſſen, überall der Tugend und Gott getreu zu bleiben, und Dich nie zu Thorheiten und Laſtern verfuͤhren laſſen, die Dich ſelbſt früher oder ſpaͤter ungluͤcklich machen, und unſere Herzen mit Gram und Kummer erfüllen würden, Sieh uns ja recht oft Nachricht von Dir; auch ich werde Dir fleißig ſchreiben. Vater und Mutter ſind, Gottlob! noch geſund und munter; nur Wilhelm iſt ſeit einigen Tagen etwas unpaͤßlich; doch hoffen wir, es werde nichts auf ſich haben. In der langen Straße im Hauſe des Brauers Franz if den aten d. M. Feuer geweſen; doch wurde es hald nach dem Entſtehen wieder geloͤſcht.

Im naͤchſten Briefe, den Du an uns ſchreibſt, er­zähle doch recht viel von Berlin und den Merkwuͤrdigkei­ten dieſer großen Stadt

Deinem N. N.

den 16, Februar 1621. Dich liebenden Bruder Friedrich.