5.
Wurde nun eine ſolche lettera di cambio von demje— nigen, welcher darin als Zahler genannt war(Bezogenen Traſſaten), nicht acceptirt, oder nicht bezahlt, fo vereinigten ſich folgende Gründe, um den Ausſteller zur ſogleichen Bezahlung bey ſonſtigem Perſonal-Arreſte zu verhalten a). 1. Entſprang die Verbindlichkeit zur Zahlung aus einer Meß-⸗Contracte, und es konnte aus dem oben angegebenen Meß- Privilegio darauf ein mandement de foire ertheilet werden. 2. War der Ausſteller( Traſſant) ein Campſor, deſſen Anweiſungen den öffentlichen Urkunden gleich gehalten wurden, der ſich eidlich verpflichtete, und dem an der Erhaltung ſeines Credites durch genaue Erfüllung ſeiner Verbindlichkeiten alles gelegen ſeyn mußte. 3. Bezeichnete der Ausdruck di cambio immer ein Wechſelgeſchäft, wobey der Campſor nach der Natur des Geſchäftes das in der lettera ausgedrückte Geld bar empfangen hatte, welches auch noch durch das darin enthaltene Bekenntniß des Empfangs der Valuta beſtätiget wurde. Der Ausſteller hatte alſo keinen erdencklichen Grund zur Verweigerung der Zahlung.
§. 12.
Die nehmlichen Gründe zur ſchleunigen Perſonal-Exe— cution waren dann auch gegen den Bezogenen, welcher den Auftrag zur Zahlung annahm, vorhanden, wenn der Ausſteller auf einen Campſor, und auf eine andere Meſſe traſ— ſirte, welches, wie oben geſagt wurde, beſonders Anfangs faſt immer geſchah b).
§. 13.
Es iſt daher ſehr wahrſcheinlich, daß das Wechſelrecht
zuerſt nur den Meßwechſeln zukam, und erſt in der Folge
2) G. 5. v. Martens, Verſuch einer hiſtoriſchen Entwicklung des wahren Urſprungs des Wechſelrechtes, Göttingen, 1797.
b) Ebend.

