Welch ein Sturm bewegte Johannas Brust, während ihrer Nesse nach Neapel, die sie beinahe immer schweigsam in Philippas Gesellschaft zurücklegre, und fortdauernd daran dachte, wen ihr Herz eines Verbrechens anzuklagen habe, das sie verabscheute. Zwar war bekannt geworden, daß zu der Zeit, wo das Gräßliche geschah, der Prinz von Tarent nicht in Aversa zugegen, sondern vielmehr, wie man-ver- muthete, auf seinen Gütern- anwesend war. Aber konnte dieses nicht von seiner- Seile ein Borgeben, und er in der Nahe von Aversa ganz ins geheim gewesen seyn; mithin demnach Antheil gehabt haben, an dem furchtbaren Morde des Herzogs von Cala° brien, den er allen Grund hatte zu- hassen? Und wenn es so war, durste sie dann noch mit der vorigen Theilnahme und Liebe seiner gedenken? War er nach ihrer Art- zu fühlen, in solchem Falle nur zu entschuldigen?
Eine marternde Angst, ob sie Ursache habe auch künftig dem Prinzen von Tarent die gleichen Gesinnungen zu bewahren, nahm Johanna mit sich nach Neapel, woselbst sie jedoch die sie aufrichtende Beruhigung erhielt, daß der Prinz wahrend jener trauri-

