166

gen Katastrophe zufällig in Neapel verweilte, und da­selbst jederzeit gesehen worden sey.

Es war als ob ein Stein sich von dem Her­zen der Königin walzte, als sie diese Nachricht ver­nahm, und jetzt erst hatte sie den Muth, zum ersten Male nach der Ermordung ihres Gemahls, über diese Begebenheit mit Philippa zu sprechen. Sie that es jedoch mit all' der Schonung, welche sie der Amme ihres verstorbenen Vaters schuldig war, und hoffte eben so gewiß sie gerechtfertigt von jedem Verdachte der Theilnahme an dem Morde zu finden, als der Prinz von Tarent in ihren Augen wie in denen der Welt, nun ganz rein von jeder Schuld da stand. Allein Philippa vermochte nicht jeden Zweifel in Io- hannens Busen zu lösen; denn wenn sie sich gleich nicht als Theilnehmerin des Verbrechens bekannte, so blieb sie doch fest dabei stehen, daß dem Herzog von Calabrien keinesweges Unrecht geschehen sey, son­dern daß er in jeder Beziehung sein ungewöhnliches Loos, seines schlechten Charakters wegen verdient habe.

Solche Reden vernahm Johanna stets mit Un­willen , und beschwor die Matrone sogar, sie nicht Mehr auf diese Weise zu kranken, und ihr Herz mit Mißtrauen gegen ihre einzige Vertraute zu erfüllen.