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er in dem Rufe gestanden, mit den Geliebten so oft zu wechseln, als der Mond am Himmel wechselte — lediglich, weil er im Grunde auch nicht eine einzige wirkliche Geliebte besessen. Trotz ihrer strengen Zurückhaltung, die sich Clelia, zumal seit sie Canonissin geworden und auch bei Hofe vorgestellt war, zur - Pflicht gemacht, trotz dem, daß sie sich in Gesellschaft nie eine neugierige Frage erlaubt hatte, konnte sie ihre Ohren dem Urtheile der vornehmen Welt über diesen und jenen jungen Cavalier, der sich um ihre Hand beworben, doch nicht ganz verschließen (dergleichen Dinge braucht man nicht emsig zu suchen, sie kommen schon von selbst), mehr oder minder lauteten sie alle ungünstig; aber, sonderbar! mit diesen jungen Leuten verglichen, erschien ihr Fabrizzio, in Betreff der Herzensangelegenheiten, doch noch als der Leichtsinnigste unter allen. Er befand sich im Ge- fängniß, Angesichts eines schmachvollen Todes, und dennoch konnte er sich nicht enthalten, dem einzigen weiblichen Wesen, dessen Anblick ihm.der Zufall gewährte, die Cour zu machen. Das erschien ihr als mehr als Leichtsinn, es gränzte an Gemeinheit, und doppelt zerriß ihr dieser Kummer 'das Herz. Za, wenn selbst ein glückliches Ungefähr ihr die völlige Gewißheit verschafft hätte, daß Fabrizzio die Du- chezza nicht mehr liebe, konnte sie nur das mindeste Vertrauen in die Beständigkeit und Reinheit seiner

