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Gefühle für sie setzen! Und, was ihr das Allerschmerzlichste war, hatte sich Fabrizzio nicht dem geistlichen Stande gewidmet, — stand er nicht zur Zeit seiner Ge- fangennehmung auf dem Puncte, sich für ewig durch das priesterliche Gelübde zu binden, sich zu einer der höchsten kirchlichen Würden aufzuschwingen? „Und wenn mir nur der mindeste Schimmer gesunden Menschenverstandes innewohnt," seufzte und klagte die arme Clelia, „sollte und müßte ich nicht so schleunig wie möglich die Flucht ergreifen, sollte ich meinen Vater nicht vielmehr anstehen, mich in ein entferntes Kloster, vor mir selbst in Sicherheit zu bringen? Wehe mir! und dennoch nimmt die Furcht, aus der Citadelle entfernt und Ln ein Kloster eingesperrt zu werden, alle meine Sinne gefangen! dennoch ist es nur diese Furcht, die mich zudem abscheulichen Laster der Heuchelei verleitet, die mich nöthigt, die so verhaßten Huldigungen des Marchese Cres- cenzi öffentlich zu dulden!"
Clelia war ein so besonnenes, wie streng tugendhaftes Mädchen; jede ihrer Handlungen, ihre Worte und Gedanken halte sie bisher genau nach den Grundsätzen der Moral und Vernunft geregelt, und ihr jetziges Benehmen mußte sie selbst als den Inbegriff aller Zmmoralität und Unvernunft erkennen, — man kann sich demnach die Größe ihrer Seelenleiden vorstellen. Je weniger sie sich selbst irgend eine Illusion

