Bands beschrieben worden ist, kann alsdann Krankheit genannt werden. —
Keine Krankheit entsteht ohne Veranlassung, daher wir Alles, l wodurch die Entstehung einer Krankheit bewirkt wird, die Ursache der Krankheit nennen. Zur Erforschung dieser mochte wohl von | jeher die beschwerliche Empfindung der durch Krankheit gestörten > Verrichtungen die Kranken genöthigt haben, und dieß war auch der erste Ursprung der Heilkunde. Der Beruf des Arztes treibt ihn hauptsächlich auch zu dieser Erforschung an, denn er kann erst dann sagen, daß er die Krankheit kenne, wenn er die Ursache entdeckt hat, und nur dann ist es ihm möglich, eine Krankheit zu heilen, wenn die Ursache entfernt ist.
Bekanntlich theilen die Aerzte die Krankheitsursachen verschiedentlich ein. So unterscheiden sie nicht mit Unrecht eine äußerliche und innerliche Ursache und verstehen unter der letztern ; einen jeden im Körper schon vor dem Erscheinen der Krankheit , lief eingewurzelten Fehler (Organfehler), es kann aber ein solcher erst durch äußere Ursachen sich erzeugen, die alsdann zu innern werden; unter dieser äußern Ursache aber verstehen wir alles was durch unser Thun und Lassen, durch Speis und Trank, überhaupt durch Genuß krankheiterzeugcnd auf uns wirkt. Die innerliche l Ursache setzt daher noch vor dem Ausbruche der Krankheit einen gewißen Mangel der Gesundheit voraus, der jedoch so verborgen ' oder so gering ist, daß er ohne sichtbare Störung der Körperverrichtungen einige Zeit ertragen werden rann; es sitzt diese Ursache bald in den festen, bald in den flüssigen Theilen. Die äußere Ur- ; sache hingegen macht auch den gesündesten Menschen krank, fällt in der Regel sehr in die Sinne, zeigt gar bald ihre nachtheiligen Einwirkungen und wird meistens vom Kranken selbst bemerkt.
. Eben so unterscheidet man prädisponirende und Gelegenheits-Ursache. Die erftere (auch Krankheitsanlage genannt) ist ein jeder im Körper vorhandene Umstand, wodurch ersterer fähig wird, bei vorkommendcr Gelegenheit krank zu werden; Gelegenheitsursache hingegen ist die, welche durch ihren Hinzutritt die erftere rege macht, worauf dann beide gemeinschaftlich die Krankheit erzeugen. Es ist keine dieser Ursachen für sich allein im Stande eine Krankheit hcrvorzubringen, sondern beide müßen mit einander vereint wirken. Fehlt die Krankheitsanlage, so schadet die Gelegenheitsursache nichts) und umgekehrt, vermeidet man bei ( vorhandener Anlage die Gelegenheit, so vermeidet man auch die Krankheit. Wer daher z. B. Anlage zu Hämorrhoiden besitzt, aber ein so zweckmäßiges Leben in Diät und Verhalten führt, daß keine Veranlassung zur Ausbildung jener Anlage entsteht, der wird von dieser Krankheit verschont bleiben; eben so wird ein Mensch mir gut ausgebildeter fester Brust sich Erkältungen, Anstrengungen der Brust u. a. dgl. weit eher aussetzen dürfen, als ein anderer, welchen die Natur durch schmalen gedehnten Körper- s bau, engen Brustkasten, reizbarere Athmungswerkzeuge rc. schon
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