Personen, und selbst bei diesen nicht zu jeder Zeit oder stets auf ei- nerlci Art; die erstem nennen wir daher allgemeine, die letz. Lern individuelle Krankheftsanlagen.

Die vorzüglichsten unter den allgemeinen Krankheitsanlagen sind schwacher Zusammenhang und mangelhafte Verbindung der -

j festen Lheile, Vollblütigkeit, eine Säftemischung, welche leicht

! Veränderungen sich unterwirft, die mehr oder minder zarte Be-

schaffenheit unserer Gefäße und Nerven, die größere oder ge­

ringere Reizempfänglichkeit unseres Hautorganes, größeres oder geringeres Maß unserer Lebenskraft, die Uebereinstimmung in den Verrichtungen unseres Körpers, die Sympathie des ganzen Orga­nismus mit seinen einzelnen Theilen, endlich die bestimmten und nicht willkührlicher Abänderung unterworfenen Gesetze der Wechsel­wirkung zwischen Seele und Körper. Vergleichen wir nun diese Beschaffenheit unserer menschlichen Natur mit den mannigfachen Einflüßen der Gelegenheitsursachen, (die im nächsten Kapitel fol­gen werden) welchen sie ausgesetzt ist, so ist wohl leicht einzuse­hen, daß nicht aller Nachtheil krankmachender Einflüsse durch sie abgewendet werden könne, ja daß sie denselben öfters beför­dern müße.

Der Begriff Gesundheit schließt manche Verschiedenheiten in sich ein, denn die Gesundheit ist nicht bei dem Einen dieselbe wie j bei dem Andern, mithin dürfen wir auch alles zu den Krankheits­anlagen rechnen, was jeder Gesunde Eigenthümliches hat, wo- 1 durch er mehr, als andere Individuen, zu gewißen Krankheiten geneigt wird, und daher den Gelegenheitsursachen hiezu nicht ge­hörig widerstehen kann.,

Es gehören hieher namentlich die verschiedenen Abstufungen des menschlichen Lebensalters. Das Kind hat ganz an­dere Krankheitsanlagen als der Jüngling, dieser wiederum an­dere als der Mann und Greis. Die große Nervenreizbarkeit des Kindes z. B. macht es geneigt zu Krämpfen und Fiebern, sein überwiegendes Verdauungssystem disponirt zur Erzeugung von Würmern, Hautausschlägen und Verschleimungen. Das jugend­liche Alter zeichnet sich durch rasches Leben in den Geschlechtsorga­nen und den Organen der Brust aus, daher hier übermäßiger Ge­schlechtstrieb und Onanie befördert werden. Nicht nur die moralische | Verderbniß ist hier in Betracht zu ziehen, sondern auch die körperliche,

! denn jeder Geschlechtsgenuß wirkt hier, wegen des dabei statt finden­den starken Blutandranges zu den Lungen, auf diese Organe und be- l fördert die Neigung zum Blutspeien und zu Schwindsüchten. Zm

' reiferen Mannesalter stellt sich die Neigung zu hartnäckigen Unter­

leibsleiden ein, bei ältlichen Frauen, wo der Monatsfluß aufhört, entsteht Neigung zu Wallungen, Krämpfen, Fiebern, Blutungen, Abzehrungen. Das Greisenalter endlich macht geneigt zu Sto­ckungen rn den Säften, zu Lähmungen und Schlagflüßen. Da­bei dürfen wir aber auch annehmen, daß der Mensch beim Aus­tritte aus den verschiedenen Altersperioden auch die Anlage zu den ^ Krankheiten verliert, die der zurückgelegten Periode eigen sind, da-