Erſtes Kapitel.
Leopold Froͤhlich's Lehrjahre und Abſchied von ſeinem Lehrherrn, nebſt deſſen ihm als Wanderſchatz ertheilten vaͤterlichen Lehren.
Der Tag meiner Auswanderung aus dem Hauſe mei— nes väterlichen Lehrherrn und Meiſters rückte immer näher heran, und ſo ſehr ich mich auch auf die Reiſe felbſt freuete, da ich mich von der unumgänglichen
Nothwendigkeit und Nützlichkeit der Wanderſchaft für
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junge Handwerker und Künſtler überzeugt und mir feſt vorgenommen hatte, mit treuer Luſt und Liebe zur Sache meine Wanderſchaft zu vollbringen, und muthig dem mir geſteckten Ziele zuzuſteuern; und ob ich gleich
ſchon lange vorher, und vorzüglich ſeit dem Eintritt in den Geſellenſtand, vielfältig darauf vorzubereiten mich beſtrebte,— fo fiel mir dennoch der Abſchied von meinem geliebten, verehrten Meiſter ſehr ſchwer.
Vor vielen Andern hatte ich das Glück gehabt, zu einem in jeder Hinſicht vorzüglichen Meiſter in die Lehre gethan zu werden. Mein guter Vater, der ſelbſt ein tüchtiger Handwerker iſt, hatte mir, da er von dem großen Werth des Handwerkerſtandes überzeugt war, und die Wahrheit des alten Sprüchworts:„Ein Handwerk hat einen goldnen Boden,“ an ſich ſelbſt fo recht innig er— kannt hatte, freie Wahl bei meiner künftigen Geſchäfts— Beſtimmung gelaſſen. Die vielen Erfahrungen, welche er ſich auf ſeiner eigenen Wanderſchaft und während ſeiner langen Meiſterjahre ſammelte, hatten ihn, ohne daß er deshalb einen andern Stand im Staate geringe ſchätzte, von der vorzugsweiſen Nützlichkeit des Handwer

