Erſtes Kapitel. Von Herrn Peter Dimringer von Staufenberg.

Die Sage meldet von einem werthen Ritter, der hieß Herr Peter Dimringer, und war ein auserwähl­ter Degen; geboren war er von Staufenberg, das in der Ortenau liegt, wo manche ſchöne Frau in Ehren ſich ſchauen läßt, die alles Tadels fern iſt, und ſich hütet vor allem Wankelmuth. Herr Peter Dimringer war von Geburt ein milder Mann, der Alles aufgehen ließ, was er an Guͤlten und Zinſen erhielt. Er pflegte Arme wie Reiche zu ehren, und entließ nie einen her­umziehenden Dürftigen, dem er nicht eine Gabe gereicht hätte. Zugleich diente Dimringer fleißig ſeinem Gott, wie auch der reinen Maria, der Himmelskönigin. Zu ihr betete er an jedem Morgen: hilf mir, daß ich im­mer das thue, wodurch ich deine Huld erwerben kann, ehe denn ich hier ſterben werde. So zu beten, unter­ließ er keinen Tag; darum nahm ſich auch Gott ſeiner an, wie er für Manche noch heute ſorgt, denen er in Streit und auch in Turnier den Sieg zukommen läßt.

Der hochgeborne Mann diente gar gern den Frauen: wo er ſolche ſchauen mochte, ward er froh von Herzensgrund; war er noch ſo erbittert, ſah er eine zarte Frau, ſo war es aus mit ſeinem Zorn, und er lachte wieder gütlich. An allen Orten ſprach man