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Abnahme echterFrömmigkeit Ha$en und jammern zu hören, und es ist, als ob man den Herrn zu solchen sprechen hörte: Ihr Heuchler, weinet über euch selbst und eure Kinder. Darum ziemt es nur wahrhaften Büßern und. durch aufrichtigen hei­ligen Wandel ausgezeichneten Christen über die Verkehrtheit der Welt, Vernachlässigung Gottes, Versündigung an der Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe, Thränen zu weinen, und es ist ein Zeichen mehr der Verdorbenheit einer Zeit, wenn diese Art Gleißnerey zum herrschenden Tone selbst in jenen Ständen wird, welche Kraft ihres Berufes und ihrer erha­benen Stellung ihr Licht vor der Welt sollten leuchten las­sen, und sich dennoch nur damit begnügen, über den Man­gel an Frömmigkeit, Gottesfurcht, Wahrhaftigkeit, Gerech­tigkeit und christlicher Liebe recht laute und scharfe Klage zu führen; während sie selbst die schwere Last der christlichen Ge­rechtigkeit mit keinem Finger berühren, sondern in stiller Gottlosigkeit und Unsittlichkeit verharren.

Nach allem diesen unterliegt keinem Zweifel, daß die Seligkeit der in Christo dem Herrn Trauernden das Urtheil über den wahren Werth und Gehalt so wie der Außendinge, so des eigenen Selbst, ordnet und regelt und dieß durch die Wissenschaft, als Gabe des heiligen Geistes.

IV. Hauptstück.

Selig, die da hungern und dülsteu nach Gerechkigkeit, denn ge werden g>.sält>gel werden. (Math. 5, 6.)

29. Der Hunger und Durst nach Gerechtigkeit ist dop­pelt, so wie der Begriff der Gerechtigkeit selbst. Verstehen wir nähmlich unter Gerechtigkeit das Recht, das uns hier auf Erden gebührt, und uns wegen der Ungerechtigkeit der Menschen vorenthalten wird, so ist der Hunger und Durst darnach eben so natürlich in der menschlichen Gesellschaft, als das Verlangen nach Speise und Trank, wenn uns hun­gert oder wenn wir Durst haben. Dieses Recht ist auch wirk-