— 38= 49) Carpentin.
Geſt alt: klein, plattrund, ſehr regelmäßig geſtaltet mit ebenen, ziemlich gleichmäßigen Wölbungen.
Schale: rauh, grün und gelblichgrün, mit einem feinen zimmtartigen Roſt überdeckt, der aber bei ſehr beſonnten Früchten die mit ſtreifartig Carmoiſinroth gezeichnete Sonnenſeite frei läßt.
Fleiſch: ſehr weiß von angenehmem, ſüßwein ſäuerlichem kräftigem Geſchmack, ſehr ſaftig und erfriſchend.
Reife: December, dauert bis März.
Nutzung: Zu Obſtwein ganz ausgezeichnet, aber auch ein angenehmer Tafelapfel.
Der Baum bildet eine etwas flatterige, lichte, hochgewölbt kugelförmige Krone mit vielen langen Fruchtruthen und kurzem Quirlholz beſetzt. Er trägt ſehr reichlich, oft übervoll und bietet meiſt ein Jahr um das andere eine Ernte.
Nach Lucas eignet ſich der für den Landmann ſehr hochzuſchätzende Apfel der lichten Kronenbildung und der ſehr feſt hängenden Frucht, welche durch Stürme nicht leicht abgeriſſen wird, wegen, ſehr gut auf Ackerland, wenn die unteren herabhängenden Aeſte gehörig durch Ausputzen entfernt werden.
Aus ſteller: Lehrer Heck zu Selters(als Gewürzreinette und als langſtielige Reinette) Lehrer Diehl zu Bleichenbach(als kleine Reinette; Hch. Wilh. Conrad zu Blofeld(als Lederapfel.) Kd. Lud. Uhl zu Nidda(als kleine Reinette) Frau Puh zu Hof Graß(als Pfefferreineite) Oberſteiger Plock zu Salzhauſen(als ſaurer Langſtiel Konrad Niclas II. zu Langd(als Reinette.) Lehrer Rasp zu Echzell. Gemeinde Fauerbach(als braune Reinette.) Fr. Schenk zu Nidda(als langſtielige Reinette.)
50) Osnabruͤcker Reinette.
Geſtalt: mittelgroß, hochgebaut, calvillartig zugeſpitzt, mit flachabgerundeter Stiel⸗ und ſpitzzulaufender Kelchwölbung. Schale: gruͤnlich gelb, an der Sonnenſeite mit einem blutartigen Roth verwaſchen und geſtreift, faſt ganz mit Roſt überzogen und rauh anzufühlen. Neben der Röthe hat der Roſt einen fuchsartigen Anflug, mitunter ſieht der Roſt wie netzartig gepreßtes graugelbes Papier aus. Fleiſch: weiß, etwas grünlich ſchimmernd, fein, ſehr markig, von edlem Reinettengeſchmack. Wird an ſchattigen Orten jedoch leicht
glafig.

