leſet ihr euer Loos:„Wer nicht glaubet, der wird verdammt werden.“ Ihr könnt euch nicht zu den Gläubigen zählen. Ihr ſeid immer noch ohne Chriſtus. Iſt einer von euch dahin gebracht worden, daß er ſich für ſo ſündig hält, daß Gott nicht gerecht ſein könnte, wenn Er ihn nicht ſtrafte? Fühlet ihr nicht, daß ihr Gott durch geheime Sünden, ja, ich ſage, durch geheime Sünden und durch offene Uebertretung ſo widerſtrebt habt, daß, wenn Er euch nicht ſtrafte, Er Gott zu ſein aufhören und Seinen Scepter weglegen müßte? Und dann habt ihr gezittert und geſeufzt, und aus Furcht vor dem unausbleiblichen Strafgerichte geweint. In euren Träumen glaubtet ihr jenen brennenden Pfuhl zu ſehen, deſſen Wogen Feuer und deſſen Wellen immer flammender Schwefel ſind; und wenn ihr einen neuen Tageslauf begannet, fürchtetet ihr immer, der nächſte Schritt möchte euch in den bodenloſen Abgrund ſtürzen. Doch mein Chriſt, mein lieber Chriſt, du biſt frei von der Strafe der Sünde. Weißt du es? Anerkennſt du es als eine Thatſache? Du biſt in dieſem Augenblick von der Strafe der Sünde frei. Nicht blos iſt dir vergeben, ſondern du kannſt in Ewigkeit wegen deiner Sünden nicht mehr geſtraft werden, wie groß und ſchrecklich ſie geweſen ſein mögen.
„Sobald ein Sünder glaubt
An Den, der am Kreuze geſtorben,
So wird ſein Haupt umlaubt
Vom Heil, das dort erworben“, und er kann wegen der Sünde in Ewigkeit nicht mehr geſtraft werden. Von der Strafe eines Gläubigen reden wollen! ſo etwas gibt es nicht. Die Trübſale dieſes ſterblichen Lebens treffen den Chriſten nicht um ſeiner Sünde willen; es ſind väterliche Züchtigungen, und nicht die Strafen eines Richters. Für mich gibt es keine Hölle; ſie mag rauchen und brennen, wenn ich ein Gläubiger bin, kann ich nicht verdammt wer— den. Jeſus hat die Strafe an meiner Statt erlitten, und Gott würde ungerecht ſein, wenn Er mich noch einmal ſtrafen wollte, denn Chriſtus hat einmal gelitten, und der Gerechtigkeit ewig Genüge gethan. Wenn das Gewiſſen mir ſagt, ich

